Neuzugang: VW T2a Bus – Austrobay?!

Transport-VW-T2a-Anhaenger-Abholung

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Wieso „AustroBay“ fragen sich nun sicher viele …

Naja, ich habe mir einen eigenen T2a angeschafft.
Muss ich nun also eine neue Webseite mit dem Namen AustroBay starten? ๐Ÿ˜‰

SchlieรŸlich habe ich die Bezeichnung „AustroSplit“ fรผr diesen Oldtimer-Blog ja erfunden, weil es sich um einen T1 (im englischen oft „Split Bus“ genannt) in ร–sterreich handelt.ย  Und „Bay“ ist eben im Englischen auch die Abkรผrzung fรผr einen „Baywindow“ Bus – sprich den T2.
AustroBay wรคre also daher die logische Schlussfolgerung.

Aber nein – Gedankenspiele beiseite, wir machen wie gewohnt als AustroSplit weiter. ๐Ÿ™‚


Anfang Dezember 2025, etwa einen Monat nachdem unser T1 endlich die Einzelgenehmigung erhalten hat, ging ein Inserat fรผr einen T2 online.ย 

Nachdem ich am frรผhen Abend, wie so oft wieder mal sรคmtliche Verkaufsplattformen durchgeklickt hatte – und eigentlich fertig war, schickte mir ein Freund einen Link zu einem Bus, den ich dabei รผbersehen hatte.

Dabei handelte es sich um einen VW T2a Baujahr 1969 vom รถsterreichischen Bundesheer.
Die Anzeige war erst seit kurzem online, also hieรŸ es schnell handeln. Daher trat ich mit dem Verkรคufer in Kontakt und vereinbarte schon bald einen Besichtigungstermin.

Ein paar Eckdaten zum Bus:

Volkswagen T2a – Typ 23 Kombi
Produktionsdatum: 22.11.1968
Erstzulassung: 01/1969
Modelljahr: 1969
Sitzplรคtze: 9
Leistung: 50 PS
Erstauslieferung: Salzburg, ร–sterreich
Erstbesitz: Bundesministerium fรผr Landesverteidigung (Bundesheer ร–sterreich)
Vorbesitzer: 5ย 

Besonderheiten:

  • beidseitige Schiebetรผren
  • Heckklappe ohne Fenster
  • Abschlepphaken vorne und hinten
  • Anbauteile wie Tรผrgriffe in Wagenfarbe (nicht verchromt)

Bereits 5 Tage nachdem das Inserat online gestellt wurde, also eigentlich direkt am nรคchsten Wochenende, fuhren wir nach Salzburg um den Bus zu kaufen.

Der Bus erhielt beim Bundesheer im Laufe der Jahre einige verschiedene Farbanstriche, hat aber verhรคltnismรครŸig wenig Rost fรผr einen รถsterreichischen Bus, der seit 2007 fahrbereit in einem Vorgarten unter einem Carport abgestellt wurde.ย 

Generell wurde der Bus 1985 beim Heer ausgemustert und hatte seither 4 zivile Besitzer. Wobei die beiden letzten eingetragenen Besitzer zwei Freunde waren, die sich den Bus von 2000 bis 2007 geteilt haben. Der T2a wurde nach Salzburg ausgeliefert – und auch die spรคteren 4 privaten Vorbesitzer waren alle im Salzburger Raum wohnhaft. In welcher Kaserne der Bus tatsรคchlich gedient hat, muss ich erst noch in Erfahrung bringen.

Was mir noch nicht ganz klar ist:ย 
Es gibt auf der M-Plate keinen Hinweis auf die geschlossenen, hinteren Seitenfenster. Ein M-Code ist vorhanden, der unbekannt ist und nicht entschlรผsselt werden konnte: M304. Im Internet finden sich bislang keine Informationen dazu. Somit ist derzeit nicht gesagt, ob die Seitenfenster von VW oder erst spรคter beim Militรคr geschlossen wurden. Tendenziell meine ich aber, dass es erst spรคter der Fall war.

Vermutlich war im Heck ein Generator oder รคhnliches eingebaut. Das wรผrde die seitlichen Lรผftungsschlitze im geschlossenen Seitenfenster auf der Fahrerseite erklรคren – oder eben auch das Schiebefenster mit Gitter auf der Heckklappe.

Am Dach ist noch ein fix verschweiรŸter Dachgepรคcktrรคger samt kleiner Antenne und diversen ร–sen vorhanden. Ebenso wie zwei Ablรผftungsrohre.

Am meisten freute ich mich aber fast, dass die originale mittlere Sitzreihe noch vorhanden war. Diese wรคre vermutlich auch nicht ganz einfach zu finden gewesen, da ein Bus mit beidseitigen Schiebetรผren auch eine Sitzbank benรถtigt, bei der sich die beiden รคuรŸeren Lehnen hinunter klappen lassen. Seltsamerweise stand diese besondere Bank im Bus aber nicht in der Mitte, sondern in der hintersten, also dritten Reihe. An zweiter Position hingegen, war im Bus noch eine weitere Bank vorhanden, die aber ein Stรผck weit รคlter war. Sprich von einem T1 Bus, allerdings mit angeschweiรŸten Schienen fรผr einen T3 Bus. Sehr interessant!

Die taktischen Symbole wurden leider bereits รผberlackiert. Sowohl an der Front, wo nach einem ausgebesserten Auffahrunfall einfach die nรคchst beste vorhandene Farbe aufgesprรผht wurde. Als auch am Heck, wo ein Vorbesitzer anstatt des Zeichens fรผr die Armee-Einheit einfach von Hand das Stiegl Bier Logo aufgezeichnet hat. Genau diese Brauerei war รผbrigens nur wenige hundert Meter in der Luftlinie entfernt vom langjรคhrigen, letzten Stellplatz des Busses in Salzburg.

Natรผrlich habe ich auch relativ bald mal Nachforschungen angestellt – sogar noch bevor der Bus gekauft war.

Besonders interessiert hat mich dabei, ob es vielleicht noch andere solche Busse gibt. Und tatsรคchlich – ein Bekannter, der nur 1 Stunde entfernt wohnt, hat einen exakt identen Bus. Sein Bus ist von der Fahrgestellnummer her, nur 10 Nummern รคlter und hatte beim Bundesheer das – auf nur 1 Ziffer – direkt nachfolgende Kennzeichen von meinem Bus.

Als ich meine VW-Bus Gruppen, Foren und Netzwerke noch weiter durchforstet habe, ist mir dann noch ein weiterer, exakt baugleicher T2a aufgefallen, der ebenfalls am gleichen Tag produziert wurde und die genau gleichen Ausstattungsmerkmale hat. Dieses Fahrzeug befindet sich mittlerweile in England und mit der Besitzerin bin ich ebenfalls schon in Kontakt.

Wie es scheint, gibt es zusรคtzlich noch mindestens 3 weitere solcher Busse, die am gleichen Tag produziert und mit den ein und denselben Ausstattungsmerkmalen ausgerรผstet wurden. Zumindest deuten Hinweise aus ausgewerteten M-Plate Daten auf einer Webseite darauf hin.

Ich freue mich jedenfalls schon darauf, mich diesem Projekt zu widmen und den Bus – unter Erhaltung der alten Optik – wieder fahrbereit zu machen.
Angesichts der seriรถsen Vorgeschichte des Bullis habe ich mich รผbrigens dazu entschieden, ihn „Ernst“ zu taufen. Das passt dann vom Anfangsbuchstaben her auch gut zu unserem T1 „Eve“ aus Kalifornien.

Bei der Gelegenheit auch vielen Dank an Bernhard, der mit mir den T2 aus Salzburg abgeholt hat.

Neuigkeiten zu Ernst wird’s dann wie gewohnt hier im Blogbereich geben! ๐Ÿ™‚

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