Das ist die Geschichte über die Bergung eines frühen Volkswagen Bullis aus den 1950er Jahren, bei dessen Bergung ich Ende 2020 in einem Wald in Österreich helfen durfte. Natürlich haben wir alles mit vielen Fotos und einem Video festgehalten – siehe unten!

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Die ganze Geschichte samt dem Video gibt es auch auf air-cool-ed.com (Klick ins Bild).

Alles begann Ende September 2020. Ein junger Bursche, der das Aufspüren von historischen Gegenständen mittels seines Metalldetektors für sich als Hobby entdeckt hat, war in einem Wald südlich von Wien unterwegs. Begleitet wurde er von seinem Vater und Freunden, die sich währenddessen die Zeit mit der Schwammerlsuche vertrieben haben.

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Als besagter junger Mann sich von der Gruppe entfernte um abseits der Wege interessante Relikte aufzuspüren, passierte es! Er entdeckte am Ende eines seit langem unbenutzten, zugewachsenen Forstweges eine Grube – besser gesagt einen Krater. Darin lag er, der Barndoor-Bus! Nun ja.. sagen wir lieber die Reste von dem Barndoor Bus. Denn es wirkte fast so, als wäre der Bus tatsächlich vom Himmel gestürzt und hätte diesen Krater selbst verursacht – so flach wie die Karosserie war. Das Wrack wurde fotografiert und ein einzelnes Foto auf den Sozialen Netzwerken gepostet. So erfuhren Bernhard und ich davon und bekundeten sofort unser großes Interesse, obgleich des schlechten Zustands.

Es ergab sich bald, dass wir mit besagtem Finder selbst vor Ort waren um die T1-Reste zu besichtigen. Erst da offenbarte sich für uns, wie schlecht der Zustand des Busses wirklich war. Es war offensichtlich, dass der Transporter schon mehrere Jahrzehnte dort ruhte – und, dass er nicht auf eigener Achse in diese Grube rollte, sondern bewusst hineingekippt und somit „entsorgt“ wurde. Denn der Bus lag auf der Beifahrerseite bzw. dem Dach. Das war generell schwer zu sagen, da die Karosserie eingestürzt und verdreht war. Die Fahrerkabine war bereits abgetrennt und lag in einem anderen Winkel als der Rest des Busses. Wir machten weitere Fotos und klärten in den darauffolgenden Wochen alles mit dem Waldeigentümer um die Bergung des VW T1 Busses zu planen.

Mitte Dezember 2020 war es dann soweit – wir erwischten ein Fenster zwischen den Lockdowns um das Barndoor-Wrack zu bergen. Aufgrund der schlechten Erreichbarkeit rückten wir mit jeder Menge Ausrüstung an, schließlich wollten wir für alle Eventualitäten gerüstet sein. Unterstützt wurden wir unter anderem von Niko, dem Freund meiner Cousine, welcher glücklicherweise Forstarbeiter ist und mit einem Traktor samt Rückewagen anreiste. Ohne diese Gerätschaften wäre eine Bergung im Nachhinein ohnehin undenkbar gewesen. Maximal ein Hubschrauber hätte noch geholfen – aber für eine Bergung aus der Luft wäre das Wrack auch zu porös gewesen. Schließlich war der T1 jahrzehntelang dem Wetter ausgesetzt, am niedrigsten Punkt der Vertiefung bestens erreichbar für Regenwasser – mitunter ein Grund dafür, weshalb das Blech mittlerweile so dünn war. Einschusslöcher in der Seitenwand zeigten auch, dass irgendwann im Laufe der Zeit jemand mit seinem Gewehr eine Ladung Schrot in die Karosserie gejagt hatte.

Dennoch wollten wir den Bus alleine schon aus nostalgischen Gründen bergen und erhalten. So begann das 7-köpfige Bergungsteam damit die Karosserie nach und nach freizulegen um sie anzuheben, zu verladen und abzutransportieren. Es wurde jedes nach so kleine Stück Altblech eingesammelt und der Waldboden so zurückgelassen wie er eigentlich vorzufinden sein sollte: Nur mit Laub und Erde bedeckt.

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Link zum Video der VW T1 Waldfund-Bergung – by air.cool.ed

Leider bestätigte sich unser Verdacht, dass es sich hierbei um eine illegale Entsorgung gehandelt hatte. Die Fahrgestellnummer war nicht aufzufinden. Generell gibt es keine Plakette oder sonstige eingestanzte Nummer, die mehr über das Fahrzeug verraten hätte. Manchmal war ein Blech generell rausgetrennt worden, manchmal tat der Rost einfach sein übriges. Jedenfalls haben wir aber alle Teile aufgehoben und nun trocken in einer Scheune gelagert.. wer weiß, eventuell taucht ja noch etwas Interessantes auf…

Anhand diverser noch vorhandener Merkmale konnte Bernhard aber feststellen, dass es sich um einen VW T1 Bus mit Baujahr Mitte 1952 handeln muss. Also ein sehr früher Bus, schließlich wurde der T1 von 1950-1967 gebaut!

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Generell war es ein sehr spannendes und spaßiges Erlebnis! Ich freue mich, wieder mal ein Stück Wolfsburger Geschichte ausgegraben zu haben, könnte mich direkt daran gewöhnen.

Für jeden Tipp zu einem alten VW – ganz gleich wie schlecht der Zustand ist – bin ich sehr dankbar, und hoffe, so noch weitere Fahrzeuge bergen und erhalten zu können.

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