Zum nächsten Blogartikel ⇒
Voller Vorfreude auf die Saison 2026 bin ich im Blog-Bereich aktuell damit beschäftigt, fleißig Beiträge der letzten Jahre aufzuholen. Und weil besonders jetzt die Vorfreude auf HO26 schon ziemlich steigt, war es endlich an der Zeit einen Beitrag zu HO22 zu veröffentlichen:
Vom 24. bis zum 26. Juni 2022 fand das 8. Internationale Volkswagen Veteranen Treffen in Hessisch Oldendorf 2022 statt. Ein Treffen, welches generell nur alle 4 Jahre stattfindet – und unter vielen Fans weltweit als das VW-Treffen schlechthin gilt!
Pandemiebedingt fand das Treffen nicht wie geplant 2021 statt, sondern wurde auf 2022 verschoben. Generell war es soweit ich mich erinnern kann, binnen eines halben Tages ausgebucht – und das trotz der ca. verfügbaren 775 Plätze damals. Teilnehmer aus aller Welt sicherten sich die begehrten Tickets – der Ansturm war groß, schließlich war es eines der ersten Treffen seit langem, welches endlich wieder stattfinden konnte.
Und nicht nur irgendein Treffen, dann gleich so ein Highlight, welches nur alle paar Jahre stattfindet!
Zugelassen sind direkt im Zentrum nur Autos bis maximal Baujahr 1967. Das bedeutet ein T2 Bus ist schon zu jung für dieses Veteranen-Treffen und bekommt daher kein Ticket. Ticket im Sinne von Stellplatz direkt im Ort. Daher findet man echt nur uralte Volkswagen Klassiker in Hessisch Oldendorf. Ein Volksfest für jeden VW-Enthusiasten! Nicht umsonst zog es zig-tausende Besucher aus aller Welt an.
Ein Blick auf die Anmeldungen laut Teilnehmerliste 2022, nennt die folgenden Fahrzeuge:
– 248 T1 Busse
– 171 Brezelkäfer
– 157 Ovali Käfer
– 87 Karmann Ghia
– 43 Sonstige
– 19 Hebmüller Kabrios
– 17 Schwimmwagen
– 13 Kübelwagen
– 6 Sonderkarossen
– 13 diverse Andere (Rometsch, Beutler, …)
Spätestens seit HO17 war die Vorfreude bei Fans und Liebhabern von luftgekühlten Volkswagen sehr groß auf die Folgeveranstaltung. Man muss sich vorstellen – im historischen Ortskern von Hessisch Oldendorf wird alle paar Jahre für das Treffen ein riesiger Aufwand betrieben. Das Stadtzentrum wird extra für die Veranstaltung abgesperrt, jede Gasse wird mit einer eigenen Art von Fahrzeugen gefüllt. Hier nur die Brezelkäfer, da nur die Barndoor-Busse, dort nur die Schwimmwagen – und so weiter. Und obwohl die Nachfrage nach Tickets für teilnehmende Fahrzeuge im Zentrum womöglich noch höher wäre, gibt der verfügbare Platz wirklich „nur“ diese ca. 775 Stellplätze her.
Aber, halb so schlimm: ein Highlight für sich ist alleine schon der Campingplatz – dort stehen noch viele weitere Fahrzeuge, die kein Ticket erhalten haben. Extra hierfür wird der örtliche Sportplatz geräumt und als Stellfläche zum Camping angeboten. Dort findet man dann neben den „alten“ auch allerhand „jüngere“ VW-Fahrzeuge. Wie etwa T2, T3 Busse modernere Käfer und so weiter..
Oder eben auch uns! Denn wir sind mit einem T6.1 California angereist. Ein eigener VW-Oldtimer war leider nicht fertig. Mit damals rund 6.000 Kilometern am Tacho war der gemietete Bus vermutlich sogar der allerjüngste VW am Weg nach HO22. Und wie es die Ironie so will, hat es der neue California nicht mal bis dort hingeschafft! Ein technische Panne unterwegs ließ das Fahrzeug mitten auf der Raststation nicht mehr starten, während Ovali-Käfer, T1 & Co fröhlich an uns vorbei fuhren. Viel Zeit, Ärger und ein Ersatzfahrzeug (noch neuer, mit nur 3.000 KM am Tacho) später, waren wir dann endlich zum ersten Mal in Hessisch Oldendorf.
Ankunft in HO22



Kaum angekommen, hatten Bernhard und ich unseren Freund Martin aus der Slowakei getroffen, welcher mit seinem 1952er Bus ebenfalls erst aufgeschlagen war. Wir trafen uns ein wenig außerhalb des Ortes, und fuhren dann gemeinsam zum Zentrum – waren aber schon ganz baff, als kurz zuvor am Supermarkt-Parkplatz stehend, völlig unerwartet Florian Kalffs 1951er Samba Bus vorbei gefahren ist.
Generell werde ich in diesem Beitrag zu den Fahrzeugen nicht allzu viel schreiben, und einfach die Bilder für sich sprechen lassen. So viele frühe, interessante Fahrzeuge, nette und gleichgesinnte Leute aus aller Welt – es war einfach nur genial.
Nur um ein paar Beispiele zu nennen: Da stellt man sich am Abend auf den Campingplatz und plötzlich fährt Mehmet zu und fragt, ob hier noch ein Stellplatz für ihn frei wäre – er sei erledigt, denn er wäre nun binnen weniger Tage 2.500 Kilometer aus Istanbul hergefahren, hat aber nebenbei noch Home-Office gemacht! Dann quatscht man mit Amerikanern, die extra hergeflogen sind oder hört von einer Gruppe aus Malaysien, die mit ihren Autos bei einem vergangenen Event mehr als 28.000 km in 3 Monaten auf eigener Achse nach HO gefahren sind!
Wir haben viele neue Freunde kennengelernt und eine geniale Zeit gehabt.























Zu Bestaunen gab es viel. Ob der VW Versuchswagen W30 (Prototyp Baujahr 1936) in der Kirche, die vielen frühen Busse und Käfer und Gespräche mit Leuten, die extra aus Schweden, England oder Frankreich angereist sind. Wir trafen z.B. auch unseren Freund Claude Schaub von bugbus.net aus der Schweiz, der uns am Campingplatz mit seinem 1952er Standard Brezel-Käfer fahren ließ – mein erstes Mal Zwischengas! Oder die rund 20 anwesenden Schwimmwagen, die sich dann in die Weser begeben haben – ein Spektakel für alle Zuschauer!
VW T1 Samba: 1951 & 1952
So wurden wir dann auch eingeladen zu einem Hof ein wenig außerhalb, wo Florian Kalff und sein VEWIB Team einquartiert waren und dort durften wir den wiederaufgebauten, zweitältesten Samba – Baujahr 1951 bestaunen. Dabei handelt es sich um den rechten Bus, mit dem hellerem Dach. Links zu sehen ist ein kanadischer 1952er Deluxe Bus von Florian George aus Frankreich. Klickt euch gerne die verlinkten Videos an, um zu sehen, wie beide Busse zuvor ausgesehen haben.







Kastenhofer VW-Bus Treffen
Als wären die bisherigen Eindrücke nicht schon Reizüberflutung genug gewesen, gab es einen Tag später die nächste Draufgabe. Martin erzählte uns, dass er und Mark interviewt wurden, da ihre beiden Busse in einem eigenen Artikel in der Käfer Revue veröffentlicht werden sollten. Und so gab es auch ein professionelles Foto-Shooting dem ich beiwohnen durfte.
Das besondere an diesen beiden frühen VW T1 Bussen:
Beide waren ursprünglich Kastenwägen und die Fenster ab der B-Säule wurden erst nachträglich eingebaut – am auffälligsten dabei ist das Kurbelfenster ganz hinten. Dieser Umbau erfolgte durch den Wiener Karosseriebauer Kastenhofer.
Aus dem Artikel wurde leider nie etwas, daher hier nun exklusiv meine Fotos für euch 🙂














Führung durch die private VW-Sammlung der Grundmanns
Am letzten Tag gaben wir uns dann noch die Ehre und nahmen an einer Führung durch die private Sammlung der Familie Grundmann teil. Als wären am Treffen, sprich den Straßen und dem Campingplatz nicht schon interessante Autos genug, gibt’s dann von den Veranstaltern selbst noch diesen Einblick in deren heilige Hallen. Mit allerhand Sonderaufbauten, äußerst frühen Volkswagen und jeden Menge faszinierenden Fahrzeugen. Ob 1950er Kombi, Rometsch 4-Türer Käfer, Denzel oder Pappler Kabrio…













Und weil es bei HO22 so viele interessante Dinge zu sehen gab, die ich mit ein paar wenigen Fotos schlichtweg nicht festhalten konnte, empfehle ich euch: Geht auf Youtube und sucht nach Videos zu Hessisch Oldendorf 2022. Da gibt es jede Menge spannende Autos zu sehen, teilweise stundenlang – so wie diese Playlist hier.
Wir können HO26 kaum erwarten – und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja dort! 🙂
Zum nächsten Blogartikel ⇒
