Nachdem die letzten paar Beiträge von diversen besuchten VW-Treffen und Abenteuern – unter anderem in Deutschland, den Niederlanden und Schweden – handelten, werden wir in diesem Blog endlich wieder auf unseren T1 eingehen.
Ende Juli 2025 erfolgte ein echter Meilenstein unserer Oldtimer-Restauration. Nachdem wir den Bus für die letzten paar Feinarbeiten in eine Werkstatt gebracht hatten, durften wir ihn Ende Juli endlich abholen und zum ersten Mal auf eigener Achse nach Hause fahren. Im Video unterhalb seht ihr die Ankunft zurück daheim. Es war ein äußerst heißer Sommertag und in Kombination mit einer gewissen Anspannung bei der ersten richtigen Fahrt auf der Straße, wurde es Sascha direkt heiß im Bus.
Auch wenn man im kurzen Clip oben noch hört, dass die Schaltung noch nicht ganz vertraut war, kann ich Entwarnung geben. Mit den „blauen Taferln“ aus der Werkstatt wurden an den Folgetagen einige Ausfahrten unternommen und äußerst rasch klappte es auch ohne Schaltprobleme.
Wie es der Zufall will, hat Sascha bei einer Ausfahrt in Langenzersdorf so auch gleich mal einen anderen Bulli aus Deutschland getroffen. Ein VW T1 Baujahr 1966 um genau zu sein. Gemeinsam hielt man am Straßenrand an, tauschte sich kurz aus und dann fuhr jeder seines Weges weiter.

Dann arbeiteten wir weiter dem großen Ziel entgegen: der Einzelgenehmigung. Da der Bus als US-Import noch nie in Österreich angemeldet war, müssen wir das Fahrzeug bei der Behörde vorführen, wo es auf die einwandfreie Verkehrstauglichkeit überprüft wird. Erst wenn ein Auto diese Überprüfung besteht und die Einzelgenehmigung erhält, kann es offiziell angemeldet werden.
Nach dem erstellten Antrag bei der MA46 (Verkehrsangelegenheiten) teilte man uns mit, dass wir für eine anstehende Einzelgenehmigung neben dem Datenblatt aus Wolfsburg auch ein Geräusch-Gutachten zum Bus benötigen. Daher folgte zunächst noch ein Termin im Süden Wiens um besagtes Gutachten erstellen zu lassen.
Bei dieser Gelegenheit erinnerte ich mich an eine Fassade unweit vom Ort, wo das Gutachten erstellt werden sollte. Von dieser Wand hatte ich erst wenige Monate zuvor erfahren, als ich zu einer Pritsche für meinen Freund Martin recherchierte. Er war im Begriff eine 1956er T1 Pritsche mit originalen Goodyear-Logos aus Deutschland zu kaufen. Doch angesichts der vielen erhaltenen Anfragen, entschied sich der Verkäufer dann doch die Pritsche selbst zu behalten.
Wie auch immer. Da ich wusste, dass mein Vater einen Zeitpolster hatte und nicht weit weg war, gab ich ihm den Auftrag – dort stehen zu bleiben und ein paar Fotos zu machen. Hier ist das Ergebnis:


Bei Temperaturen jenseits der 30° C, sind die Ausstellfenster im Bus schon recht praktisch – ebenso wie die Ventilationsfenster in den Vordertüren. Zusätzlich haben wir uns kurzerhand aber noch einen Ventilator in den Bus gehängt – so lässt sich die Hitze noch besser aushalten.
Ein erfreuliches Wiedersehen gab es auch. Mit genau diesem E30 325 Touring sind wir 2017 nach Holland gefahren um den T1 zu besichtigen. Im März 2018 wurde der BMW dann aber schweren Herzens verkauft. Nun – ganze 8 Jahre später – fand der E30 wieder retour zu uns.


Angesichts des anstehenden Termins Ende Oktober bei der Landesprüfstelle, betreffend der Einzelgenehmigung, bastelten wir auch im Herbst noch fleißig an den letzten Details des Busses. Speziell, was die Inneneinrichtung angeht. So haben wir endlich den Himmel fertiggestellt. Wenns draußen mal wieder schön ist, folgen dann auch Fotos – versprochen!
Und dann war es endlich so weit! An einem zum Glück relativ milden Oktober-Morgen, fuhren wir um 6 Uhr los um die Verkehrstauglichkeit des Bullis bei der Landesprüfstelle überprüfen zu lassen.



Ganz angespannt warteten wir auf das Ergebnis: 3 kleine Mängel. Ein zusätzlicher Kabelstrang im Motorraum war nicht abisoliert, die Batterie war nicht ordentlich fixiert und bewegte sich daher – und bei der Handbremse gab es bei einem Hinterrad auch noch Optimierungsbedarf. Doch nichts, was innerhalb der Nachbesserungsfrist nicht auch zu bewältigen wäre. Einerseits waren wir leicht enttäuscht, da es einen Folgetermin benötigte, andererseits aber auch erleichtert, dass“nur“ diese 3 Dinge beanstandet wurden.
Äußerst rasch waren diese Mängel dann behoben und so blickten wir schon dem Folgetermin bei der Behörde Anfang November 2025 entgegen. Ein paar Tage zuvor ist noch dieses Video entstanden, als der T1 nochmal aus der Werkstatt kam. Diesmal bin ich (Alex) gefahren – versehentlich mit Fernlicht, wie das Video zeigt. 😉
Auf der Zielgeraden zur Einzelgenehmigung
In der ersten November-Woche fand dann der Folgetermin bei der MA46 statt. Wieder ging es zeitig in der Früh los, diesmal fuhr Alex, weil Sascha nach einem Eingriff bei den Augen noch nicht fahren durfte. Wesentlich schneller als bei der ersten Vorführung, war die Überprüfung dann auch wieder vorbei. Mit positivem Ergebnis: Einzelgenehmigung erteilt! 😀





Die Freude, dass wir mit dem Bus nun endlich bald offiziell fahren dürfen, ist riesengroß. Die Vorfreude auf den nächsten Frühling ist nicht auszuhalten. Doch dann wird der Bulli endlich angemeldet und ist bereit für jede Menge neuer Abenteuer!
Und nun eine kleine Premiere: angesichts dieser abgeschlossenen Etappe der Bus-Restauration, hat Sascha einen Text verfasst und um Veröffentlichung auf der Webseite gebeten:
Liebe Besucher unserer Website,
danke für euer Interesse bisher.
Über einen Zeitraum von 8 Jahren haben wir nun daran gearbeitet, dass Eve wieder auf die Straße kommt. Eine lange Zeit – aber besser spät als nie, oder ?
Wir sind nun also in der Gegenwart angekommen, nachdem die Bilder hier schon einige (manche auch mehrere) Jahre alt sind.
Wir hatten bisher viel Spaß beim Basteln an unserem Vater-Sohn-Projekt. Natürlich kennt ihr das, wenn man ein Auto restauriert, sind es oft nur die letzten paar Handgriffe, die fehlen, bei denen man ansteht, und dann leidet halt auch die Motivation. Und manchmal kommt auch einfach nur das Leben dazwischen.
Unsere Ehefrau bzw. Mutter hatte auch ihre Freude daran, den Fortschritt unserer Bus-Arbeiten zu beobachten.
Leider ist sie im Jahr 2024 völlig unerwartet aus dem Leben geschieden und es vergeht kein Tag, an dem wir nicht an sie denken und sie vermissen.
Der Bus hingegen, hat im November 2025 die Hürde bei der Landesfahrzeugprüfstelle gemeistert und ist seit Februar 2026 offiziell zum Verkehr zugelassen.
Jetzt freuen wir uns auf viele schöne Ausfahrten, egal ob mit konkretem Ziel oder einfach so ins Blaue hinein, und darauf, mit Leuten ins Gespräch zu kommen.
…und natürlich auch darauf, wieder schöne Bilder davon hochzuladen …
