Einblicke in die Vergangenheit

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Seit dieser Woche sind wir im direkten Kontakt mit dem Vorbesitzer aus Kalifornien. Endlich hat es geklappt. Mehrere Versuche über Facebook, E-Mail und TheSamba scheiterten. Doch nach einem weiteren Versuch klappte es schließlich. Wir schreiben nun täglich mit Mark. Das Foto oben zeigt ihn und Eve in Kalifornien, Mitte der 90er Jahre.

Zur Geschichte. Mark W. besaß den Bus seit 1990. Damals kaufte er den Bus um weniger als 1.000,- Dollar in San Luis Obispo. Bei der Probefahrt begleitete ihn seine Mutter, das Geld borgte er sich von seinem Vater aus und zahlte es ihm innerhalb weniger Tage wieder zurück. Davor besaß ihn eine Frau, die den Bus wiederum ihrem Bruder überließ  nachdem sie einen neuen Mann kennenlernte und dieser ihr ein neues Auto kaufte. Als der Bruder dann gesundheitliche Probleme bekam, wollte er mit dem Zug noch einmal quer durch USA reisen bevor er starb – und so verkaufte er den Bus an Mark.

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Schild aus: 1967 VW Bus for Sale – 1000 $ (1990)

Der Bus hatte damals schon nicht mehr den seeblauen Originallack, sondern einen neuen Anstrich. Doch innen war noch alles original. Alles, bis auf einen großen Sack voll mit altem Gemüse und einem riesigen Messer, welches von Mark hinter dem Fahrersitz gefunden wurde. Mit der Zeit löste sich das neue Lackkleid aber ab und Mark benutzte immer wieder hellgraue Grundierungen, um diese Stellen zu übermalen. Auf der Rückseite tobte er sich sogar einmal mit verschiedenen Farben aus. In der Nachbarschaft nannten die Kinder den Bus dann nur mehr „Cloud Bus“ (Wolken-Bus), weil Eve so viele graue Farbflecken hatte.

Eine Auswahl von Fotos aus Eves Zeit aus Kalifornien findet ihr in der Galerie. 

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Alte Fotos vom VW T1 Bus aus Kalifornien.

Im Laufe der Jahre ließ Mark immer wieder einige Arbeiten am 1967er Volkswagen Bus durchführen. Zum Beispiel wurde rund um 2008/2009 der Motor in einer Fachwerkstatt in Huntington Beach überholt. Die Rechnungen hob er auf und verstaute sie gemeinsam mit diversen Anbauteilen und dem Originalen „For Sale“-Schild in einer grauen Box. Diese hat er dem Bus dann beigefügt, als er ihn im Frühjahr 2017 wieder verkaufte. Innerhalb dieser 27 Jahre haben sich allerlei nette Geschichten ergeben und ebenso sind einige Fotos entstanden. Diese werde ich immer wieder im Blog, sowie auf Facebook und Instagram mit euch teilen.

 

In der Kiste fand sich unter anderem auch ein sehr verbrauchtes Buch mit einer Spiralbindung mit dem Titel „How to keep your Volkswagen Alive: A Manual of Step-by-Step Procedures for the Compleat Idiot“. Das Buch wurde erstmals Ende der Sechziger Jahre veröffentlicht und erklärt, wie der Name schon sagt, auf sehr einfache Art und Weise wie der Volkswagen Besitzer auch selbst am Auto Schrauben kann – quasi ein sehr simpler Reparaturleitfaden für luftgekühlte Volkswagen. Besonders interessant finde ich die zahlreichen, humorvollen Illustrationen. Dem ein oder anderen Leser ist vielleicht auch gleich aufgefallen, dass der Titel einen Rechtschreibfehler aufweist – ein weiteres, bewusstes und ironisches Detail. Dieses Buch war ebenfalls schon im Bus, als Mark ihn im Jahr 1990 erwarb.  Eine äußerst Interessante Anekdote, die wir selbst erst diese Woche durch den Kontakt zu Mark erfahren haben, ist jene, wie Eve zu ihrem Namen kam. Mark taufte den Bus so, in Anlehnung an Eve Muir, die Frau des Buchautors John Muir!

Ein kurzes Video

Bei meiner Recherche habe ich dieses Video gefunden – es zeigt sowohl John als auch Eve Muir und beschreibt das Buch ein wenig – Achtung: englisch!

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John Muir – Volkswagen Reparaturleitfaden | Vergleich: alt vs. neu

Natürlich war mir sofort klar, dass ein neues, beziehungsweise besser erhaltenes Exemplar des Buches her muss. Also suchte ich und wurde fündig – und zu meinem Glück gab es erst vor kurzem eine neue Auflage (2017) – auf deutsch und in der Werkstattausgabe! Es wurde sofort bestellt und bald darauf geliefert. Nun werde ich die kommenden Wintermonate nutzen, um mich ein bisschen einzulesen.

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